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Kontrollen mit System

Ist der Berg auch noch so steil, die Gondel noch so hoch über den Felsen, jeder Benutzer einer Bergbahn erwartet zu Recht die absolute Sicherheit auf seiner Fahrt. Bahnen und Lifte sind mit Abstand das sicherste Verkehrsmittel der Schweiz.

Wussten Sie, dass bei den Bergbahnen verglichen mit andern Verkehrsträgern das Risiko zu verunfallen:

  • fünfzig Mal kleiner als im Auto,
  • vier Mal geringer als im Tram, Bus oder Zug ist?

Die Bahnunternehmungen schenken der Ausbildung des Personals und der Instandhaltung der Anlagen höchste Aufmerksamkeit.

Der eidgenössisch diplomierte Seilbahnfachmann ist für das reibungslose Funktionieren verantwortlich. Nebst etlichen wöchentlichen und halbjährlichen Sicherheitsüberprüfungen gibt es jährlich eine umfangreiche Revision. In den Verordnungen des Bundesamtes für Verkehr (BAV) ist detailliert aufgelistet, welche Teile kontrolliert und in welchen Intervallen sie einer Revision unterzogen werden müssen. Die Sicherheitsnormen in der Schweiz gelten im internationalen Vergleich als sehr streng. Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf die Seile, die gleichsam das Herzstück der Sicherheit bilden. Auch moderne Technik sorgt für erhöhte Sicherheit mit integrierten Systemen, die im Falle einer Panne selbstständig reagieren. Dazu ist jede Bahn mit drei voneinander unabhängigen Bremssystemen ausgestattet. Steuerung und Antrieb werden jährlich kontrolliert, genauso wie das Fahrwerk, das regelmässig zerlegt und gereinigt wird.

In unseren Wander- und im Winter Skigebieten (Elsigen, Tschenten, Engstligen, Silleren-Hahnenmoos, Lenk) werden jedes Jahr umfangreiche Revisions- und Kontrollarbeiten durchgeführt. Ausgebildete Fachleute überprüfen regelmässig die ganzen Anlagen und wissen um die Wichtigkeit ihrer Aufgabe. Es gibt Kontrollen, die täglich, andere wöchentlich, monatlich oder halbjährlich durchgeführt werden müssen. Bahnen und Lifte werden jeweils nach zwanzig bis fünfundzwanzig Jahren ersetzt. Der Hauptgrund ist meist, dass in unserer schnelllebigen Zeit die nötigen Ersatzteile nicht mehr erhältlich und die elektronischen Steuergeräte veraltet sind.
Im Frühling überprüft in drei bis vier Wochen eine ausgebildete Revisionsequipe alles genauestens.

Revisionen sind umfangreich und nicht in zwei, drei Tagen zu erledigen. Es gilt, die Stützen nach Rissen und Verschiebungen zu untersuchen, Bergungsgeräte zu kontrollieren, bei Kabinen Türverriegelungen, Klemmen, Gehänge in Ordnung zu bringen, bei Stationseinrichtungen Lager zu schmieren und Fördereinrichtungen zu prüfen.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

  • Jeden Morgen, bevor die ersten Gäste eine Bahn besteigen, ist schon eine Dienstfahrt vorausgegangen, bei der Ständer, Rollen, Stützen und das Wetter beobachtet werden.
  • Die Seile sind wahrscheinlich das Wichtigste, sie werden oft visuell überprüft, nach Rissen, Brüchen und Blitzeinschlägen abgesucht.
  • Bei Pannen handelst es sich meist nur  um kurze, elektronisch bedingte Unterbrüche. Sollte aber, trotz aller Vorsicht, eine Seilbahn längere Zeit stehen bleiben, werden detaillierte Bergungs- und Rettungspläne umgesetzt. Dieselmotoren können notfalls Sessel und Gondeln in die Station zurückfahren. Ist eine Bahn ganz blockiert, können die Passagiere mit Helikopter ausgeflogen oder abgeseilt werden.