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Unterhalt der Wanderwege - eine Herausforderung

Das Schweizer Wanderwegnetz geniesst über die Landesgrenzen hinaus einen ausgezeichneten Ruf. Unsere Wege in der Natur sind ein Wanderparadies. Das ganze Netz ist eine tragende Säule des Sommertourismus und entspricht dem Bedürfnis der Gäste, sich aktiv im Freien zu erholen. Mit dem Bau und dem Unterhalt von Wanderwegen leisten Kantone, Gemeinden und  Wanderweg-Fachorganisationen auch einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung und für eine nachhaltige Freizeitbetätigung.

Einige Fakten dazu:

  • Das Wanderwegnetz der Schweiz beträgt über 65'000 km! Im Vergleich: Strassennetz der Schweiz 71'000 km, Schienennetz 5'200 km.
  • 50'000 Wegweiser, meist durch ehrenamtliche Mitarbeitende  ausgesteckt, beschildern die  vielen Routen.
  • Die Kosten belaufen sich pro Jahr auf 53 Mio. Franken! 41 Mio. Wandertage werden jährlich auf dem Wegnetz absolviert.

Um ein attraktives und sicheres Wandernetz gewährleisten zu können, sind eine fachgerechte Bauweise sowie sorgfältiger Unterhalt unentbehrlich. Dazu ist ein breites Fachwissen erforderlich. Die Bauten werden wenn immer möglich mit einfachen Mitteln vorwiegend aus natürlichen Materialien realisiert.

Grundsätzlich sind die Gemeinden für den Bau und Unterhalt der Wanderwege verantwortlich. In Adelboden hat die Gemeinde mit Adelboden Tourismus einen Leistungsvertrag abgeschlossen und beschäftigt im Sommer drei Wanderwegangestellte. Dazu kommt die Arbeit des Bezirksleiters Jean-Rolf Pieren. Er übernimmt  die Signalisation und die Koordination zu den Berner Wanderwegen. Pieren  betreut seit über 30 Jahren mit Geschick und Hingabe die Region Adelboden. Dank seinem nie nachlassenden Enthusiasmus hat er massgeblich zur Entwicklung und Verbesserung unserer Wanderwege beigetragen. Es sind  in der Gemeinde Adelboden weit mehr als 200 km und sie kosten jährlich mehrere Hunderttausend Franken, welche von der Gemeinde, Adelboden Tourismus, den Bergbahnen, Transportunternehmen und vielen andern Sponsoren übernommen werden.

Auf dem Gebiet von Frutigen ist Niklaus Jenzer von der Gemeinde für das Wanderwegnetz verantwortlich. Er schaut, dass die rund 120 km regelmässig gewartet und unterhalten werden. Die Wegequipe der Gemeinde, der Zivilschutz und auch freiwillige Mitarbeiter erledigen diese Arbeiten mit Bravour und der nötigen Fachkenntnis. Nach Niklaus Jenzer müssten etliche Wanderwege in diesem nassen Sommer fast täglich ausgebessert werden.

In Adelboden sind es drei Männer, welche mit Fachkenntnis und Engagement die Wanderwege in Stand halten. Begreiflich, dass nach einem Gewitter oder langanhaltenden Niederschlägen nicht alles in einem halben Tag in Ordnung gebracht werden kann. Alle Wege werden jährlich mehrmals begangen, kontrolliert und unterhalten.

Signalisation der Routen
Nur gelb markierte Wege:
Diese Routen können von jedermann mit solidem Schuhwerk  begangen werden.

Weiss-rot-weiss markierte Wege:
Routen für bergtüchtige, trittsichere Wanderer mit wetterfester Kleidung und Schuhwerk mit griffiger Sohle.

Weiss-blau-weiss markierte Wege:
Routen mit alpinen Gefahren, Trittsicherheit und Bergerfahrung werden vorausgesetzt. Alpine Ausrüstung nötig, leichte Kletterstellen und Firntraversierungen möglich.

Regeln für Bergwanderer
1. Planen Sie jede Bergwanderung sorgfältig und achten Sie auf eine zweckmässige Ausrüstung. Informieren Sie jemanden über ihre Ziele.
2. Beobachten Sie ständig die Wetterentwicklung und kehren Sie rechtzeitig um!
3. Tragen Sie Sorge zur Natur, nehmen Sie ihren Hund in Nähe von bewirtschafteten Gebieten an die Leine.
4. Lassen Sie keine Abfälle liegen, nehmen Sie diese mit nach Hause.