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Highlander als Oberländer

Sie sind meist rot und zottelig, die langen Haare fallen ihnen bis über die Augen, und so gleichen sie schon fast eher einem Bison oder einem Teddybären als einer Kuh. Aber es sind schottische Hochlandrinder (Highland Cattle), die Besucher im Winter auf dem Hof im Stiegelschwand und jetzt im Sommer auf der Alp Chumi antreffen. Doch wie gelangten diese Exoten vom Norden in die hinterste Ecke des Engstligtals?

       

 

 

 

 

 

 



Bis 2009 hatten Hansueli und Marlis Hari Alpkäse mit Milchkühen hergestellt, dann suchten sie eine Veränderung: Die beiden prüften verschiedene Zuchtmöglichkeiten, etwa mit Hirschen oder Ziegen. «Wir haben uns jedoch für die ‹Schötteni› entschieden, weil diese am besten zu uns und unseren Betrieb passen», erklärt Hansueli Hari. Tatsächlich fügt sich diese Rinderrasse perfekt ins Berner Oberland ein, denn sie ist äusserst genügsam. Nur mit dem Heu, Gras und Wasser der Berge kommt der Highländer problemlos klar. Die liebenswürdigen Tiere sind zudem äusserst robust – Kälte, Wind und Wetter machen ihnen nichts aus. Es gibt aber noch einen weiteren Grund, warum Haris Wahl auf die zotteligen Paarhufer fiel: «Die schottischen Hochlandrinder sind noch näher am Urrind – also ungefähr so, wie Adelbodner Kühe vor 250 Jahre waren», weiss der Züchter.

Also starteten Haris ihr Projekt mit acht Kühen mit Kälbern. Mittlerweile besteht ihre Herde aus insgesamt 46 Tieren. Deren hochwertiges, cholesterinarmes Fleisch verkauft das Paar je nach Kundenwunsch direkt ab Hof. Und so gehören die schottischen Hochlandrinder mittlerweile fest zum Adelbodner Dorfbild. Dass man sich mittlerweile gegenseitig respektiert, zeigt der Kommentar eines Nachbarn: Man merke gut, dass es «Secondos» seien, bemerkte dieser einmal mit Blick auf die Jungtiere. Diese würden ihn nämlich viel besser verstehen, als die vom letzten Jahr.